Termindruck für die Vereine durch den Champions League Spielplan

 

Zweifelsohne ist die Champions League die Königsklasse im europäischen Fußball und damit der bedeutendste Vereinswettbewerb unseres Kontinents. Der sehr eng gestaffelte Champions League Spielplan garantiert den Vereinen zwar viele Spiele und damit hohe Gewinne, ist aber vor allem für die Spieler eine besonders hohe Belastung. Es ist keine Seltenheit, dass Teilnehmer an der Königsklasse in ihrer eigenen Liga Probleme bekommen, vorne mitzumischen. Dies hat manchmal mit Motivationsproblemen der Spieler zu tun, meist aber mit deren Zusatzbelastung durch den engen Champions League Spielplan.

Bereits Ende Juni oder Anfang Juli geht es los mit der ersten Qualifikationsrunde, meist jedoch nur mit Mannschaften aus drittklassigen Fußballländern wie Luxemburg oder Andorra. Langsam interessant wird es erst ab der zweiten Runde des Champions League Spielplans. In der aktuellen Saison waren hier schon bekanntere Teams wie Viktoria Pilsen oder Malmö FF und auch Sturm Graz am Start. In der dritten Runde Ende Juli – Anfang August kommen dann schon Größen wie Dynamo Kiew oder Benfica Lissabon dazu, bevor es laut Champions League Spielplan zu den Play Offs Mitte und Ende August kommt. Hier war in der laufenden Saison sogar der FC Bayern München als Tabellendritter der abgelaufenen Bundesligasaison am Start.

Wenn man bedenkt, dass alle Spiele stets im KO-System mit Hin- und Rückspiel ausgetragen werden, kann man sich leicht ausrechnen, wie viel Belastung dies für den ein oder anderen Verein bedeuten kann, noch bevor die Champions League eigentlich so richtig begonnen hat.

Nach Auslosung der Gruppen geht es Mitte September mit den Gruppenspielen los. Jeder Verein, der hier dabei ist, spielt bis Dezember garantiert sechs Spiele, wobei die ersten beiden jeder Gruppe dann in das Achtelfinale einziehen. Die Tabellendritten verabschieden sich in die Europa League, die Vierten scheiden aus.  Ab diesem Zeitpunkt geht es laut Champions League Spielplan  mit Hin- und Rückspiel im KO-System weiter. Über Achtel- Viertel- und Halbfinale geht es dann, so sieht es der Champions League Spielplan vor, am 19. Mai 2012 nach München ins Finale.

Wenn wir dem FC Bayern München nun  unterstellen, dass er das Finale erreicht, wird die Mannschaft ab den Play Offs zur Gruppenphase bis einschließlich Finale laut Champions League Spielplan 15 Spiele absolviert haben. Selbst wenn eine Mannschaft nicht so weit kommt, stellt die Champions League alleine durch die Gruppenphase eine enorme Mehrbelastung für die Spieler dar, da in der Regel noch Länder- und nationale Pokalspiele dazukommen. Die Verletzungsgefahr erhöht sich dadurch enorm, einzig durch Rotation können die Trainer zumindest Ermüdungsbrüchen vorbeugen. Vereine, die einen kleinen oder nicht so ausgeglichenen Kader haben, sind hier klar im Nachteil und müssen den straffen Zeitplan des Champions League Spielplans einfach in Kauf nehmen. Des Weiteren folgt oftmals bei den Spielern ein Motivationsproblem, vor allem wenn man in der Champions League gerade gegen Barcelona oder Real Madrid gespielt hat und dann in der eigenen Liga ein vergleichsweise unattraktiver Gegner wartet. Es passiert oft, dass gerade unerfahrene Mannschaften nach einem Toppspiel in der Champions League in ihrer eigenen nationalen Liga eine unerwartete Niederlage einstecken müssen.